Ein bisschen Wissen, ein bisschen Spaß
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Ein Bisschen Hund
Ich bin Lena Hensen, zertifizierte Hundetrainerin, und ich biete mobiles Hundetraining in Alfter und Umgebung an. Mein Ziel ist es, ein harmonisches Miteinander zwischen dir und deinem Hund zu fördern, basierend auf fairem und respektvollem Umgang.
Ein bisschen Wissen ![]()
Vielleicht merkst du es: Das Männchen auf diesem letzten Bild sieht anders aus als in den Teilen davor. Es hat mehr Substanz, wirkt gelöster und blickt mit einem Lächeln nach vorne.![]()
Das ist kein Zufall. Denn wenn wir die psychologischen Denkfehler der letzten Wochen verstehen und entlarven, verändern wir uns auch selbst.![]()
Verstehen ist kein Freispruch. Es ist die Grundlage für echte Verantwortung. Für nachhaltiges Training. Für sichere Hunde. Für stabile Menschen.
Wer aufhört zu urteilen und anfängt, das System hinter dem Verhalten zu sehen, gewinnt die Handlungsfähigkeit zurück, die im Chaos der Emotionen verloren ging.![]()
Das war meine Serie zu den psychologischen Denkfehlern im Mensch-Hund-System.![]()
Welcher Teil hat dich am meisten zum Nachdenken gebracht?
Ein bisschen Meinung![]()
Ein Urteil ohne Kontext ist kein Wissen.![]()
Kurze Videosequenzen zeigen kein System. Sie zeigen keinen Alltag, keine Vorgeschichte und keine tiefliegenden Ursachen.![]()
Trotzdem wird in den sozialen Medien oft in Sekundenbruchteilen geurteilt. Doch Verhalten ohne Kontext zu beurteilen, ist keine Hilfe. Weder für den Hund noch für den Halter. Es ist lediglich eine Momentaufnahme, die oft mehr über den Kommentierenden aussagt als über das gezeigte Mensch-Hund-System.![]()
Warum Shaming den Weg verbaut:
– Bloßstellung erzeugt Abwehr und Scham. Beides sind Zustände, in denen kein Lernen möglich ist.
– Es schürt die Angst vor Fehlern, was dazu führt, dass Halter sich mit ihren Problemen isolieren, statt sich professionelle Hilfe zu suchen.![]()
Veränderung entsteht durch Einordnung, nicht durch Bloßstellung. Wer wirklich helfen will, muss bereit sein, das ganze Bild zu sehen.![]()
Wir brauchen mehr fachliche Substanz und weniger schnelle Verurteilung. Nur so schaffen wir einen Raum, in dem echte Entwicklung stattfinden kann.![]()
Mehr zu Psychologie, Verantwortung und Verhalten im Mensch-Hund-System findest du bei mir.
Ein bisschen Wissen![]()
Warum wir die Schuldfrage so dringend brauchen (oder glauben zu brauchen).![]()
Schuldzuweisung kann kurzfristig entlasten. Vor allem dann, wenn wir uns als Menschen massiv überfordert fühlen.![]()
Nach einem Vorfall oder in einer Phase dauerhafter Anspannung sucht unser Gehirn verzweifelt nach Ordnung und Kontrolle. Der Gedanke „Der Hund ist schuld“ oder „Ich bin unfähig und schuld“ ist schmerzhaft, aber er bietet eine (scheinbar) einfache Erklärung in einem Chaos aus Emotionen.![]()
Das Problem dabei:
– Schuldzuweisung reduziert zwar für einen kurzen Moment den Stress…
– …aber sie löst langfristig kein einziges Problem.![]()
Im Gegenteil: Sie hält uns in der Defensive und blockiert den Zugriff auf unsere kognitiven Ressourcen.![]()
Erst wenn Sicherheit, fundiertes Wissen und eine empathische Begleitung hinzukommen, reguliert sich das Nervensystem weit genug herunter, um echtes Hinschauen zu ermöglichen. Veränderung braucht keinen Richter, sondern einen sicheren Rahmen.![]()
Genau hier setzen wir an. Wenn der Schutzmechanismus „Schuld“ nicht mehr nötig ist, wird der Weg frei für echtes Training.![]()
Mehr zu Psychologie, Verantwortung und Verhalten im Mensch-Hund-System findest du bei mir.
Ein bisschen Wissen![]()
Warum ein schlechter Tag sich wie ein gescheitertes Training anfühlt.![]()
Hast du dich schon mal gefragt, warum sich ein schlechter Tag im Training anfühlt, als hättest du alles vergessen, was in den letzten Wochen gut lief? Das Bild oben zeigt dir genau, warum dein Gehirn dich hier austrickst. ![]()
Das liegt an der Negativitätsverzerrung. Evolutionär war es für unser Überleben wichtiger, uns die Gefahr (den Biss, den Knall) einzuprägen, als die Entspannung.![]()
Im Training mit schwierigen Hunden wird uns das oft zum Verhängnis. Wir gewichten den einen Rückschritt schwerer als fünfzig kleine Fortschritte.![]()
Was wir daraus lernen können:
– Fortschritt ist keine gerade Linie nach oben. Er verläuft in Wellen.
– Wir müssen Erfolge bewusst „feiern“ und dokumentieren, um unserem Gehirn dabei zu helfen, das Positive überhaupt zu speichern.![]()
Hör auf, den Erfolg an der Abwesenheit von Fehlern zu messen. Miss ihn an deiner Fähigkeit, nach einem Fehler wieder aufzustehen.![]()
Mehr zu Psychologie, Verantwortung und Verhalten im Mensch-Hund-System findest du bei mir.
Ein bisschen Wissen![]()
Das Risiko der 100%-Sicherheit.
Gerade bei schwierigen Hunden ist der Wunsch nach absoluter Kontrolle riesig. Wir glauben oft, wenn wir nur hart genug trainieren oder alles perfekt managen, hätten wir jede Situation im Griff.![]()
Doch die Kontrollillusion ist tückisch. Ein Hund ist ein Lebewesen mit eigenem Nervensystem, kein programmierbarer Algorithmus.![]()
Der Wunsch nach absoluter Kontrolle ist eine schwere Last.![]()
Dieser Glaube an die perfekte Kontrolle führt bei einem Rückschlag oft zu totaler Erschöpfung und einem tiefen Gefühl von Versagen. Dabei ist nicht das Training gescheitert, sondern lediglich die Erwartung an die Unfehlbarkeit.![]()
Wahre Verantwortung bedeutet:
– Zu akzeptieren, dass es immer eine Restunsicherheit gibt.
– Management-Strukturen (wie Maulkorb oder Leine) nicht als Versagen zu sehen, sondern als verantwortungsvollen Umgang mit der Realität.![]()
Wer die Illusion der Kontrolle aufgibt, gewinnt echte Handlungsfähigkeit zurück. Kontrolle dort, wo sie nötig ist. Vertrauen und Akzeptanz dort, wo das Leben passiert.![]()
Mehr zu Psychologie, Verantwortung und Verhalten im Mensch-Hund-System findest du bei mir.
